
Wer als internationale Pflegekraft in Deutschland arbeiten möchte, kommt an einem Thema nicht vorbei: Sprachzertifikate. Sie sind nicht nur die Grundlage für die Anerkennung des Berufsabschlusses, sondern auch entscheidend für die Patient*innensicherheit und eine erfolgreiche Integration in den Pflegealltag.
Aktuell wird für die berufliche Anerkennung ein B2-Sprachnachweis gefordert. Nach der Gesundheitsministerkonferenz 2019 kam jedoch eine wichtige Neuerung: die Fachsprachenprüfung Pflege (FSP). Ursprünglich nur für Ärzt:innen eingeführt, gilt sie inzwischen auch für Pflegekräfte – allerdings mit sehr uneinheitlicher Umsetzung in den Bundesländern. Damit stehen Pflegekräften heute mehrere Prüfungswege offen.
In diesem Beitrag erklären wir die wichtigsten Unterschiede – und wie Care Forward Einrichtungen und Pflegekräfte individuell unterstützt.
Wir begleiten Pflegekräfte ganzheitlich. Ein zentraler Bestandteil ist die intensive Prüfungsvorbereitung: In unseren Kursen findet Live-Unterricht mit erfahrenen Lehrkräften statt, die offiziell lizenziert sind, um internationale Pflegekräfte auf Sprachprüfungen vorzubereiten. Anders als in reinen Deutschkursen trainieren wir gezielt typische Situationen aus dem Pflegeberuf: Patient*innengespräche, Übergaben, Dokumentationen oder Fachbegriffe, die im Alltag einer Pflegekraft entscheidend sind. So verbinden wir sprachliche Sicherheit mit beruflicher Praxis.
Zusammengefasst können Sie das von Care Forward erwarten:
Ein allgemeinsprachliches B2-Zertifikat prüft Lese-, Hör-, Schreib- und Sprechfertigkeiten nach dem GER-Standard. Anerkannte Anbieter sind telc, Goethe-Institut, ÖSD, ECL und TestDaF, die Teil der Association of Language Testers in Europe (ALTE) sind. Der große Vorteil eines allgemeinsprachlichen B2-Zertifikats liegt in seiner internationalen Anerkennung. Es gibt zahlreiche Prüfungszentren – auch im Ausland – und das Zertifikat dient in vielen Fällen als Grundlage für Visa-Anträge und die ersten Schritte im Anerkennungsverfahren. Gleichzeitig hat dieses Prüfungsformat aber auch einige Nachteile: Pflegespezifische Inhalte spielen hier keine Rolle, die Prüfungsdauer ist relativ lang und oft muss man bis zu sechs Wochen auf das Ergebnis warten. Zudem fehlt eine direkte Ansprechperson für individuelles Feedback, sodass Teilnehmende ihre Stärken und Schwächen häufig nur schwer einschätzen können
Die Fachsprachenprüfung soll sicherstellen, dass Pflegekräfte auch in realistischen Berufssituationen sprachlich kompetent sind. Sie besteht aus drei Teilen (je ca. 20 Minuten):
Ein Vorteil dieses Prüfungsformats ist, dass es kürzer als allgemeine B2-Tests ist und in der Regel nur etwa eine Stunde dauert. Außerdem wird die Leistung nicht nach einem standardisierten Punktesystem bewertet, sondern von einem Prüfungsgremium beurteilt. Das Ergebnis liegt meist zeitnah nach der Prüfung vor. Allerdings gibt es auch einige Nachteile: Die Umsetzung unterscheidet sich stark zwischen den Bundesländern, wodurch ein uneinheitlicher „Flickenteppich“ entsteht. Zudem sind oft weniger Prüfungstermine verfügbar, und die Kosten fallen in der Regel höher aus.
Aktuell wird die FSP (Stand Oktober 2025) in Berlin, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, NRW und Schleswig-Holstein durchgeführt und in allen anderen Bundesländern ist sie als Sprachnachweis anerkannt. Damit kann die FSP ein allgemeines B2-Zertifikat ersetzen, es sind aber beide Sprachnachweise vollständig für die Ausstellung der Berufsurkunde anerkannt.
Neben den allgemeinen B2-Zertifikaten und der FSP gibt es auch berufsspezifische Sprachprüfungen wie telc B1/B2 Pflege oder Goethe-Test PRO Pflege.
Diese richten sich direkt an Pflegekräfte und prüfen den Sprachgebrauch im beruflichen Alltag. Oft werden sie als Zwischenschritt oder Ergänzung anerkannt. Allerdings sind sie nicht in allen Bundesländern offiziell gültig. Daher sollte individuell bei der Behörde nachgefragt werden, die am Ende auch die Berufsurkunde ausstellt.